
Während ich an meinem Buch schreibe, versuche ich so tief wie möglich in die Vergangenheit einzutauchen. Das ist nicht immer leicht, denn so oft wissen wir wenig über das was war. Generationen, die ich noch selbst kennen gelernt habe, sprachen nicht über ihre Erlebnisse und wenn sie es taten, war ich damals noch zu jung, um vielleicht die Fragen zu stellen, die mir heute wichtig sind. Als eine gute Möglichkeit wenigstens gefühlsmässig an die Generationen in meinem Familienzusammenhang anzudocken empfand ich die Neurographik. Ich hab sie schon in einem Artikel zuvor erwähnt. Klick! und Klick!
Mittlerweile habe ich bei Doris Bürgel den Neurographik-Kurs Ahnenkraft mitgemacht und kann ihn nur empfehlen, wenn du dich mit deinen Ahnen gerne auseinandersetzen willst. Immer wenn ich mit anderen darüber spreche, kommen oft die Vorbehalte, dass man so wenig über seine Familie weiß. Manche sind sogar die Einzigen, die übrig geblieben sind und fühlen sich auch daher oft alleine gelassen.
Für den Neurographik-Kurs Ahnenkraft bei Doris Bürgel brauchst du nichts zu wissen, Hier passiert alles rein intuitiv. Ich bin jemand, der das Glück hat, noch mindestens drei Generationen zurück in meinem Stammbaum weit zu kommen. An manchen Stellen sogar noch viele Generationen weiter. Ich habe mir einen Premium-Account bei myHeritage zugelegt. Die Vernetzung im Internet bringt mir unglaublich viele Informationen über Menschen, von denen ich gar nicht wusste und über die ich auf anderen Wegen nie etwas erfahren hätte. Ein Gentest hat mir noch zusätzlich viele entfernte Verwandte in den Stammbaum gespült.
Während dieser Arbeit, die durchaus Zeit und Aufmerksamkeit in Anspruch genommen hat, hatte ich schon das Gefühl, wie sehr sich meine Ahnen freuen, dass sie doch noch einmal zumindest mit ihren Namen und manchmal sogar auch mit ihren Geburts- und Sterbedaten oder mit den Orten an denen sie gelebt haben, gesehen zu werden.
Auf meiner Suche bin ich sogar über eine angeheiratete Linie darauf gestoßen, dass ich entfernt verwandt mit jenen bin, die einst als Seidentuchhändler in Berlin Mitte gelebt haben. Das Haus in dem sie wohnten, steht sogar noch und siehe da, einen Klick weiter stellte ich fest, dass genau dieses Haus heute ein Museum ist – noch immer so eingerichtet, wie die Familie Knoblauch damals in der Biedermeierzeit darin lebte: Das Knoblauch Haus: Klick! Wenn du mehr darüber wissen möchtest, kannst du eine virtuelle Führung direkt mitmachen oder bei einem Berlinbesuch dort persönlich vorbei schauen. Ich weiß noch genau, wie es mich elektrisiert hat, als ich durch Zufall auf diese Spur geraten bin. Unvergesslich!
Als ich mit meiner Reise in die Vergangenheit begann, hatte ich keine Ahnung, was da alles auf mich warten würde, welche Menschen mir dabei über den Weg laufen würden. Und damit meine ich auch Menschen, die heute noch leben und ebenfalls auf der Suche nach Informationen über ihre Familien sind.
Durch den Gentest wurde klar, wo ich schwerpunktmässig her komme – aus dem Ostsee Bereich – und plötzlich konnte ich mir erklären, warum es mich dort immer so hin zieht und warum ich so tiefe Gefühle habe, wenn ich dort bin. Das bildet sich aber nicht wirklich über meinen Stammbaum, den ich mit über 8.000 Personen erarbeitet habe, ab, sondern nur über den Gentest. Ich denke das liegt daran, dass dieser Ursprung meiner Wurzeln wirklich sehr sehr weit zurück liegt.
Dann wurden mir unzählige entfernte Verwandte, die ebenfalls einen Gentest gemacht haben, vorgeschlagen und einige meldeten sich bei mir, weil natürlich ich ihnen auch angezeigt wurde. So habe ich zu meinem Cousin, der mittlerweile in Köln lebt, noch einen weiteren Cousin in Köln hinzugewonnen, mit dem ich zeitweise mehr Kontakt als zu jedem anderen meiner Cousins hatte. Uns verbindet Vieles und wir staunen oft darüber. Eine Sache davon ist das Thema Familienforschung. Mit einem weiteren lieben Menschen aus Holland bin ich über den Stammbaum in Kontakt gekommen. Wir sind nicht über die Blutlinie sondern über Heirat verbunden aber auch hier ist der regelmässige Kontakt durch eine schöne Verbundenheit getragen. Hier schließt sich für mich eindeutig der Kreis von Vergangenheit und Zukunft.
Beim Neurographieren war es ganz anders. Es entstand ein Energiefeld und ich konnte besser als sonst fühlen, auf welchen Schultern ich heute stehe. Wie wichtig es sich im Familiensystem anfühlt, dass ich lebe und noch bedeutender, dass ich schätze, wo ich her komme. Und am Schönsten ist die Erfahrung, wie viel Liebe, Akzeptanz und Möglichkeiten in diesem Familienzusammenhang für mich bereit gestellt werden. Danke dafür! Gerade für Menschen, die zu ihren Eltern- und Graßeltern keinen so guten Kontakt haben, ist es hilfreich, auf diese weise an die Energie der anderen Vorfahren zu gelangen und sich dadurch nicht mehr so abgetrennt zu fühlen.
Es gibt hier und da auch abwertende Bemerkungen darüber, dass ich, wenn ich mich mit meinen Ahnen und deren alten Geschichten beschäftige, zu sehr in der Vergangenheit verhaftet bin. Ich empfinde das überhaupt nicht so. Ich habe das Gefühl, dass ich das Hier und Jetzt – von dem alle immer sprechen, besser verstehe und es dadurch auch besser für mich nutzen kann. Von diesem Punkt aus bewege ich mich jeden Tag in eine Zukunft, die mir jetzt schon besser gefällt, als zu der Zeit bevor ich das alles erfahren habe.
Also, trau dich und nimm dir Aufmerksamkeit und Zeit für deine Ahnen, sie werden es dir danken – so wie du ihnen.

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